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21. Deutsche Meisterschaft im Wettrutschen

SBDMSW2018

Schubert macht Titel in der Königsklasse mit Bahnrekord klar / Speedrutscher werden Deutscher Teammeister

Der 17. März 2018 wurde ein eiskalter und stürmischer Samstag. Der kalte Ostwind brachte eisige Temperaturen, das Meer sehr nah an die Küste und die Rutscherinnen und Rutscher der 21. Deutschen Meisterschaft im Rennrutschen in der Ostseetherme Scharbeutz zu Höchstleistungen. Einige der schnellsten Athleten schwören auf eine nasse und kalte Bahn, um die schnellsten Rutschzeiten zu knacken. Kalte Temperaturen haben den Vorteil, dass die Bahn sich etwas zusammenzieht und es kaum bis keine trockenen Stellen gibt, welche die Rutschpartie verlangsamen können. Die Rutschprofis sollten auch dieses Mal Recht behalten, aber dazu später mehr. In diesem Jahr wurde durch ein technisches Update der Zeitmessanlage ein neuer Teilnehmerrekord möglich. Insgesamt nahmen mehr als 190 Rutscherinnen und Rutscher an der Deutschen Meisterschaft teil. Hierbei treffen Jung, Profi, Hobby und blutige Anfänger aufeinander. Für alle Altersklassen und Wettkampfambitionen findet sich ein Platz bei der Meisterschaft in unmittelbarer Nähe zur Ostsee. Wie immer war das Teilnehmerfeld in fünf Klassen unterteilt. Die Meisterschaft wurde in den Klassen Jungen, Mädchen, Damen, Leichte Herren bis 79,9 kg und Schwere Herren ab 80 kg ausgetragen. Die 145 m lange Black-Hole-Rutsche, welche auch als Green Mamba bekannt ist, gehört zu den schnellsten und anspruchsvollsten Rutschen Deutschlands. „Diese Rutsche verzeiht keinen Fehler. Wer im oberen und kurvigen Teil der Rutsche bereits Zeit liegen lässt, hat im unteren Teil keine Chance auf eine Spitzenzeit.“, analysiert der Spitzenreiter der Deutschland Rangliste Ron Peesel. Die Rutscherinnen und Rutscher absolvierten drei Vorläufe, wobei die zwei schnellsten Zeiten addiert wurden. Bei den Kindern kamen die fünf Schnellsten ins Finale und bei den anderen Klasse jeweils die zehn Schnellsten.

Wie schon in den vergangenen Jahren wird die Teamwertung immer beliebter und die Anzahl der Teams nimmt jedes Jahr zu. In der Teamwertung zählen die zwei schnellsten Zeiten der Vorläufe von jeweils drei Rutschern oder Rutscherinnen eines Teams. Auch in diesem Jahr gab es einen Dreikampf um den Titel zwischen den Teams Speedrutscher, Rutsch Freunde und Rutschgranaten. Der amtierende deutsche Teammeister die Rutschgranaten hatte in diesem Jahr mit schwerwiegenden Ausfällen zu kämpfen. So mussten kurzfristig der Erfolgsgarant Jan-Erik Traub und der ehemalige deutsche Meister Florian Pfeiffer absagen. Der Sieg in der Teamwertung ging in diesem Jahr an die Speedrutscher mit den schnellsten Zeiten von Jens Niedermeyer, Patrick Hanke und Sebastian Rüdiger. Mit diesem Trio gehen sie auch in den nächsten Jahren als Favorit in den Wettkampf. Bei den Rutsch Freunden sorgten Sven Schubert, Andreas Köhnke und Maik Welbing für die erfolgreiche Verteidigung des Vizemeistertitels. Mit Platz drei mussten sich in diesem Jahr die Rutschgranaten mit Ron Peesel, Alexander Dieckow und Thomas Wehle begnügen.

In der Klasse der Jungen gewann erneut der starke Cedric Köhnke den Titel des Deutschen Meisters. In diesem Jahr hatte er sehr starke Konkurrenz von Enrico del Sol Nager, welcher mit einer Gesamtzeit von 41,118 Sekunden nur 0,05 Sekunden hinter Cedric auf Platz 2 kam. Bis zum letzten Lauf im Finale war es offen, wer in diesem Jahr den Titel mit nach Hause nehmen kann. Auf Platz 3 landete das nächste Nachwuchstalent aus dem Hause Köhnke. Lenius erreichte eine Gesamtzeit von 47,472 Sekunden und blieb hinter seinem Bruder. Mit seinem Vater, seiner Schwester und seinem Bruder hat er drei Lehrmeister um neue Rekorde im Kinderbereich aufzustellen. Cedric und Lenius starten beide für die Mannschaft der Rutsch Freunde.

Bei den Mädchen ließ Cara Bruns ihrer Konkurrenz keine Chance und sicherte sich den Titel mit einer Gesamtzeit von 46,322 Sekunden. Platz zwei ging an Anna Martin vom Team SchneeWittchens. Komplettiert wurde das Treppchen von Meriann Braho vom Team Mopsgeschwindigkeit mit einer Gesamtzeit von 47,689 Sekunden.

Das Duell zwischen Mareen Ollesch und Kristin Schwarz sorgte auch in diesem Jahr für große Spannung in der Wertungsklasse der Damen. Das bessere Ergebnis hatte in diesem Mareen Ollesch. Sie darf sich nun deutsche Meisterin im Wettrutschen nennen. Mit ihren konstanten Zeiten unter 20 Sekunden, welches in der Klasse der Damen eine wahre Mauer ist, rutschte sie einen Vorsprung von mehr als 0,5 Sekunden heraus. Die Siegerin des Weserbergland-Cups Kristin Schwarz musste sich nach einer Rutschzeit von mehr als 20 Sekunden in einem Finallauf mit dem zweiten Platz zufriedengeben. Auf Platz drei landete Celina Gerull mit einer Gesatmzeit von 41,488 Sekunden. Sie konnte somit Jasmin Gercer aus dem Team der Rutsch Freunde erfolgreich abschütteln.

Der Kampf gegen die Waage war bei den Leichten Herren im Vorfeld des Wettkampfs angesagt. In dieser Klasse darf nur bis zu einem maximalen Gewicht von 79,9 kg gestartet werden. Einige der Rutscher begaben sich nach dem ersten Wiegen direkt in die Sauna, um noch die letzten Gramm an Gewicht zu verlieren. Als Topfavorit ging auch in diesem Jahr Dauersieger Alexander Dieckow von den Rutschgranaten an den Start. In den Vorläufen rutschte er einen neuen Rekord in der Klasse der Leichten Herren mit 18,589 Sekunden und zeigte direkt, dass er den Pokal wieder mit nach Hause nehmen wollte. Mit einer Gesamtzeit von 38,008 Sekunden konnte er nicht ganz an seine hervorragende Topzeit aus dem Vorjahr anknüpfen, jedoch ließ er Marco Langenstein auf Platz 2 und Jan Weißschnur auf Platz 3 hinter sich und holte sich erneut den Titel. Besonders erfolgreich war in diesem Jahr Marco Langenstein, Spitzname Longi, welcher mit seinem Team Kieler Sprotten schon seit etlichen Jahren am Wettbewerb teilnimmt.

In der Klasse der Schweren Herren, welche gerne als Königklasse bezeichnet wird, da hier die schnellsten Zeiten gerutscht werden, war wieder einmal ein Spitzenfeld angetreten, um den neuen deutschen Meister zu finden. Einige der Rutscher waren bereits am Montag und Mittwoch im Rutschenturm gesichtet worden, um mit zahlreichen Trainingsläufen die letzten Zehntelsekunden an Verbesserung zu erzielen. Die optimalen Bedingungen in der Rutsche sollte diese Meisterschaft zu der Schnellsten aller Zeiten machen. Dies unterstrich der amtierende deutsche Meister Sven Schubert direkt mit einem neuen Bahnrekord von 17,819 Sekunden. Dieser Rekord brachte das Publikum bereits das erste Mal in Jubelstürme. Im Finale der schnellsten zehn Herren war die Spannung im Rutschenturm quasi messbar. Alle Finalteilnehmer starteten mit ihrer Bestzeit in den ersten Finallauf. Jens Niedermeyer legte die erste Messlatte mit einer Zeit von 18,071 Sekunden sehr hoch. Unbeeindruckt davon, rutschte der zweite der Vorläufe, Ron Peesel, die schnellste Zeit des Finals mit 17,961 Sekunden. Als letzter startete Sven Schubert in die Röhre und konterte die Spitzenzeiten mit einer Zeit von 18,011 Sekunden. Die Toprutscher waren nur Hunderstelsekunden von einander getrennt. Im letzten Finallauf griff der Dauerbrenner und Altmeister Andreas Köhnke noch einmal an und setzte mit einer Zeit von 18,116 Sekunden die Konkurrenz noch einmal unter Druck. Diesem Druck konnten Jens Niedermeyer und Ron Peesel nicht standhalten. Sie verschlechterten ihre Zeiten in den Finalläufen auf 18,320 und 18,425 Sekunden. Für Jens Niedermeyer bedeutete dies, dass er sich mit einem Rückstand von 0,003 Sekunden hinter Andreas Köhnke einordnen musste. Ron Peesel profitierte von seinem herausragenden ersten Finallauf und schob sich mit dem kleinstmöglichen Vorsprung von 0,002 Sekunden vor Andreas Köhnke auf den vorläufigen ersten Platz. Alles lag nun am Sieger der letzten drei Jahre, Sven Schubert. Auch er verschlechterte sich leicht. Mit einer Zeit von 18,124 Sekunden ließ er aber nichts mehr anbrennen und rutschte mit seiner großen Konstanz zum vierten Titel in Folge. Platz 2 sicherte sich nach sieben Jahren Abstinenz vom Treppchen Ron Peesel. Auf Platz 3 folgte Andreas Köhnke und auf Platz 4 ein enttäuschter Jens Niedermeyer. Spannender und mit geringeren Zeitabständen hätte eine deutsche Meisterschaft nicht zu Ende gehen können.

Das Team des Deutschen Rennrutsch Verbands bedankt sich ganz herzlich beim Team der Ostseetherme für die hervorragenden technischen Bedingungen, welche ein so knappes Ergebnis erst ermöglichen. Zusätzlich freuen wir uns jedes Jahr über die spannende und euphorische Moderation des Wettkampfs. Wir freuen uns schon auf die 22. Deutscher Meisterschaft im Wettrutschen.